Neptun in Widder – jetzt wirklich!

27.01.2026

Man hört es gerade an allen Ecken und Enden: Neptun im Widder.
Ganz neu ist das allerdings nicht. Letztes Jahr war das in Anführungsstrichen schon einmal „passiert“. Neptun hat damals sozusagen kurz die Nase durch die Tür gesteckt, einmal reingeschnuppert und ist dann wieder zurück ins Zeichen Fische gegangen. So kann man sich das ganz gut vorstellen.

Jetzt ist es anders. Jetzt ist Neptun endgültig ins Zeichen Widder gewechselt.

Und das Spannende daran: Zuletzt war Neptun von 1862 bis 1875 im Zeichen Widder unterwegs. Das heißt, das kommt wirklich extrem selten vor. Niemand, der heute lebt, hat das persönlich erlebt. Mit größter Sicherheit gibt es auch niemanden mehr, der Neptun im eigenen Geburtshoroskop im Zeichen Widder stehen hat.

Insofern können wir nicht sagen: Ach ja, so fühlt sich das an. Wir können nur beobachten, einordnen, vergleichen und spekulieren.

Neptun wird häufig als ein geistiger oder kollektiver Planet beschrieben. Mir ist dabei eine nüchterne Betrachtung wichtig: Neptun beschreibt keine persönliche Erfahrung im engeren Sinne, sondern übergeordnete Zeitqualitäten.

Die persönlichen Planeten erleben wir direkt, wir fühlen sie, wir nehmen sie sehr konkret in unserem Leben wahr. Neptun hingegen steht für etwas wie einen kollektiven Hintergrund, einen Zeitgeist, in den wir hineingeboren sind.

Je nachdem, in welcher Zeit wir geboren wurden, teilen wir eine Neptun-Position mit sehr vielen anderen Menschen. Eine ganze Generation wächst mit derselben Neptun-Energie auf – im Sinne desselben Zeichens, auch wenn sich Aspekte und konkrete Auslösungen im Laufe dieses Zeichendurchgangs natürlich unterscheiden können.

Und genau deshalb ist es so besonders: Wir erleben jetzt alle zum ersten Mal Neptun im Zeichen Widder.

Ein Blick zurück kann helfen, ein erstes Gefühl dafür zu bekommen, worum es gehen könnte. Als Neptun das letzte Mal im Widder stand, also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, fielen in diese Zeit unter anderem wichtige Entwicklungen im Bereich der Erdölförderung. Förderanlagen, technische Neuerungen, der Umgang mit flüssigen Ressourcen – das passt durchaus zur Symbolik.

Neptun steht nicht nur für Wasser, sondern für alles, was fließt: Flüssigkeiten ganz allgemein, auch Öl, auch Alkohol, auch chemische Stoffe und chemische Prozesse.
In der alten Mythologie ist Neptun der Herrscher über das Meer, der mit dem Dreizack – und damit über all das, was sich nicht festhalten lässt, was sich ausbreitet, durchdringt, verdunstet oder versickert. Widder bringt in diese Symbolik das Moment des Neuanfangs, der Initiative, der Durchsetzung und auch der technischen oder praktischen Umsetzung hinein.

Das heißt nicht, dass sich Geschichte eins zu eins wiederholt. Aber es zeigt, dass diese Kombination keineswegs nur „zart“, „weich“ oder „lieb“ ist. Neptun ist ein Wassergott – und Wasser hat enorme Kraft. Man denke an Überschwemmungen, Springfluten, Wasserrohrbrüche oder Tsunamis. Das ist alles andere als harmlos.

Deshalb lohnt es sich, vorsichtig zu sein mit sehr einseitigen Erwartungen. Alle astrologischen Konstellationen tragen konstruktive und destruktive Potenziale in sich. Es ist immer stark vereinfachend, nur eine Variante als quasi automatisch wahrscheinlich anzunehmen – ganz gleich, wie verlockend sie klingen mag.

Persönlich wird das Ganze dann, wenn Neptun eine Verbindung zu unserem eigenen Horoskop herstellt. Zum Beispiel, wenn Neptun Aspekte zu persönlichen Faktoren bildet – Sonne, Mond, Merkur, Venus oder Mars. Wer solche Verbindungen schon im Geburtshoroskop hat, kennt neptunische Themen meist ohnehin recht gut.

Oder wenn man eigene Planeten im Zeichen Widder stehen hat. Diese Planeten bekommen in den kommenden Jahren sozusagen Besuch von Neptun. Neptun bleibt bis 2038 im Zeichen Widder. Wir sprechen also von rund zwölf Jahren, in denen diese Zeitqualität wirksam ist.

Alle Menschen mit Widder-Betonungen – Sonne, Mond, Aszendent, MC, Venus oder Mars – dürfen in diesen zwölf Jahren damit rechnen, sich mit einem Neptun-Transit auseinanderzusetzen. Müssen oder dürfen, je nach Perspektive.

Nach meiner Erfahrung wirkt das oft schon sehr früh, selbst wenn der eigene Planet erst in den mittleren oder späten Graden des Zeichens steht. Neptun ist dann einfach „im Raum“.

Wenn man die Zimmer-Metapher nimmt: Auch wenn dein Stuhl ganz am anderen Ende des Zimmers steht, merkst du, was im Raum ist. Man spürt einen Luftzug, man riecht Feuchtigkeit, man nimmt wahr, wenn draußen Nebel ist und jemand eine Tür öffnet.
Oder wenn eine Person von draußen hereinkommt, nass vom Regen, die Jacke ausschüttelt oder noch tropft – das bekommt man mit, selbst wenn man am anderen Ende des Raumes sitzt. Nicht erst dann, wenn diese Person direkt neben dem eigenen Stuhl steht.

Letztes Jahr war das nur eine kurze Stippvisite von ein paar Monaten. Neptun war da noch nicht fertig mit seiner Zeit im Zeichen Fische. Jetzt ist dieser Zyklus abgeschlossen. Die fischegeprägte Phase ist vorbei – und nun haben die Widder ihn sozusagen „am Hals“.

In meinem Fall stehen Saturn und Mond im Zeichen Widder. Nicht in den frühen Graden, sondern eher ab Mitte bis Ende. Trotzdem gehe ich davon aus, dass sich diese Zeitqualität bereits bemerkbar macht.

Mich würde jetzt interessieren:
Wer von euch hat Planeten oder Achsen im Zeichen Widder – oder weiß das zumindest von sich?

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